10. Arzt-Patienten-Verhältnis

Krankenhäuser und onkologische Schwerpunktpraxen sind heutzutage riesige und für den Außenstehenden nur schwer durchschaubare Apparate. Kein Wunder, dass Gefühle des Ausgeliefertseins und der Angst aufkommen können. "Was passiert denn hier eigentlich alles? Was geschieht mit mir? Ist das alles zu meinem Besten?" 

Die Aufgabe des Arztes ist es, Krankheiten zu erkennen, zu heilen, Schmerzen zu lindern und das Leben zu schützen.

Durch die zunehmende Technisierung und Spezialisierung in der modernen Medizin wachsen die Chancen, Krankheiten zu heilen, die früher unheilbar waren.

Gerade bei belastenden Therapien, die sich über eine längere Zeit hinziehen, wie eine Chemotherapie, ist das Verhältnis zwischen Arzt und Patient besonders wichtig. Eine wesentliche Grundlage für die Wiederherstellung der Gesundheit ist das Vertrauen des Patienten zu seinem Arzt.

Dazu gehört, den Arzt rückhaltlos über alles Bedeutsame zu informieren, denn nur so kann sich ein von gegenseitigem Vertrauen geprägtes Verhältnis entwickeln. Dabei sollte man sich nicht scheuen, Fragen zu äußern und Unklarheiten anzusprechen. Man kann ruhig auch über die Gefühle und Ängste sprechen, die mit der Erkrankung verbunden sind. Der Heidelberger Arzt und Psychologe Rolf Verres sagt hierzu: "Wollen Sie als ganzer Mensch und nicht nur als Inhaber erkrankter Organe von Ihrem Arzt wahrgenommen werden, so präsentieren Sie dem Arzt nicht nur die Organe, sondern sich selbst!"

Trotz aller Bemühungen kann es passieren, dass sich zwischen Arzt und Patient kein Vertrauensverhältnis aufbaut. Dann kann man in letzter Konsequenz immer noch von dem Recht Gebrauch machen, den Arzt zu wechseln. Bei Zweifeln an der vorgeschlagenen Therapie steht es den Patienten frei, sich bei einem anderen Arzt eine Zweitmeinung einzuholen.

Auch der beste Arzt kann keine allumfassende Betreuung leisten. Deshalb empfiehlt es sich für jeden, sich - auch bei stationärem Aufenthalt - noch anderweitig zu informieren und Unterstützung bei Familie, Freunden, Selbsthilfegruppen, sozialen Einrichtungen, Seelsorgern oder Psychologen zu suchen.

Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie im "Ratgeber für den Umgang zwischen Arzt und Patient", den wir herausgegeben haben.


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