2. Morbus Hodgkin

Thomas Hodgkin (1798 - 1866) war ein englischer Arzt, der 1832 die Krankheit erstmals beschrieb.

Morbus Hodgkin (engl. Hodgkin's Disease, Abk. HD), auch Lymphogranulomatose oder Hodgkin-Lymphom genannt, ist eine bösartige (maligne) Erkrankung des Lymphsystems.

Das lymphatische System wird von den Organen Lymphknoten, Milz, Mandeln (Tonsillen) und dem lymphatischen Gewebe in der Darmschleimhaut (Peyer'schen Plaques) gebildet. Ein weiteres lymphatisches Organ ist der Thymus, er liegt hinter dem Brustbein, wächst im Kindesalter und der Pubertät bis zum Eintritt der Geschlechtsreife, bildet sich dann zurück und wandelt sich in Fettgewebe um. Das Lymphsystem ist ein Teil des Immunsystems, spielt also bei der Abwehr des Körpers gegen Krankheitserreger eine wichtige Rolle.

Im lymphatischen System werden Zellen gebildet, die Lymphozyten heißen.
Während der Entwicklung im Mutterleib und bis zum Erwachsenenalter werden sie an zwei Orten gebildet bzw. auf ihre spätere Funktion geprägt:

Ebenfalls zum Lymphsystem gehören die Lymphgefäße, die wie die Blutgefäße den ganzen Körper durchziehen und die Gewebsflüssigkeit (Lymphe) zurück in den Blutkreislauf transportieren. Eingeschaltet in die Lymphgefäße liegen die Lymphknoten als eine Art biologischer Filter für Bakterien, Viren oder auch Tumorzellen. Sie sind beim Morbus Hodgkin am häufigsten betroffen. Wenn die Erkrankung weiter fortschreitet, kann auch die Milz sowie nichtlymphatische Organe wie Lunge, Leber, Knochen oder das Knochenmark befallen sein.

 

Da die Krankheit bösartig ist, verläuft sie ohne Behandlung in der Regel tödlich. Mit Hilfe der Schulmedizin können jedoch heute die meisten Patienten geheilt werden.

Lymphknoten mit Riesenzellen

Die einzige Methode, Morbus Hodgkin sicher zu diagnostizieren, ist histologisch, d.h. aus den befallenen Lymphknoten oder Organen wird Gewebe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.
Die erste detaillierte Beschreibung des feingeweblichen Bildes mit den ein- und mehrkernigen Hodgkin- und Reed-Sternberg (H-RS) Riesenzellen, den eigentlichen Tumorzellen, erfolgte durch Carl Sternberg und Dorothy Reed im Jahre 1902.

 

Die Ursachen für die Entstehung des Morbus Hodgkin sind bis heute ungeklärt. Mit Hilfe molekularbiologischer Techniken haben Wissenschaftler inzwischen jedoch herausgefunden, dass dieser Tumor aus einer entarteten lymphatischen Zelle, dem B-Lymphozyten, entsteht. Weitere Forschungsprojekte - zum Teil durch die Deutsche Krebshilfe gefördert - zur Aufklärung der Zusammenhänge laufen.

Ferner bestehen noch nicht geklärte Beziehungen zum Epstein-Barr-Virus, dem Erreger der Mononucleose, auch Pfeiffersches Drüsenfieber genannt.

Darüber hinaus liegen einige Erkenntnisse über die Verteilung der Krankheit vor. In amerikanischen Untersuchungen stellte sich heraus, dass Mitglieder der sozial besser gestellten Schichten häufiger erkranken; jedoch haben diese auch günstigere Heilungschancen.

In der Bundesrepublik Deutschland kommen auf 100.000 Einwohner pro Jahr etwa drei an Hodgkin erkrankte Menschen. Männer sind etwas häufiger von dieser Krankheit betroffen als Frauen.

Die Altersverteilung der Erkrankung zeigt zwei Peaks. Eine erste Häufung findet sich um das 25. Lebensjahr; eine zweite liegt um das 50. Lebensjahr.

Bei den meisten Neuerkrankungen sind vergrößerte Lymphknoten das erste Krankheitssymptom. Sie sind in der Regel nicht schmerzhaft und von fester "gummiartiger" Beschaffenheit.

Häufigste Erkrankungsgebiete:

(140% da mehrfache Erkrankungsgebiete)

Sind die Lymphknoten im Brustkorb (Mediastinum, hinter dem Brustbein) vergrößert, kann dies zu ständigem Reizhusten führen. Sind Lymphknoten im Bauch betroffen, können Schmerzen, Druckgefühl oder unklare Durchfälle ein Hinweis sein. Ein besonderes Symptom, das zwar nicht häufig, aber für Morbus Hodgkin typisch ist, ist der sog. "Alkoholschmerz" in den befallenen Lymphknoten nach Alkoholgenuss.

Bei ca. einem Drittel der Neuerkrankungen liegen zusätzlich folgende Allgemeinsymptome vor:

Alle diese Beschwerden können eine harmlose Ursache haben, doch können sie auch Hinweis auf eine Krebserkrankung sein. Sie sollten deshalb unbedingt geklärt werden.

Schieben Sie aus Angst vor der eventuellen Diagnose den Arztbesuch keinesfalls vor sich her!


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