Port - ZVK

Ein zentraler Venenkatheter (ZVK) liegt in einem großen Gefäß in unmittelbarer Nähe des Herzens. Der ZVK wird normalerweise durch die innere Halsvene (V. jugularis interna) oder die Schlüsselbeinvene (V. subclavia) und die obere Hohlvene (V. cava superior) bis vor das Herz geschoben. Er guckt aus der Haut heraus. Dadurch besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, so daß er meistens nach wenigen Wochen entfernt werden muß.

Ein intravenöser Port ist eine dauerhafte Möglichkeit für einen zentralen Venenzugang. (Bei korrekter Handhabung evtl. mehrere Jahre) Er besteht aus einer kleinen "Dose" aus Titan, der sog Kammer, die oben mit einer dicken Silikonmembran verschlossen ist. Aus der Dose kommt ein Venenkatheter aus Polyurethan oder PTFE heraus. Die Kammer wird unterhalb des Schlüsselbeins unter die Haut implantiert. Der Katheter wird wie ein normaler ZVK in die Jugularis oder Subclavia eingefädelt.

Alle Teile liegen unter der Haut, die Portkammer ist leicht zu ertasten. Mit einer speziellen Portnadel wird durch die Haut und die Silikonmembran gestochen und schon hat man einen zentralen Zugang. Die Silikonmembran hält das ziemlich oft aus, ohne undicht zu werden. Wenn der Zugang nicht mehr benötigt wird, wird mit heparinisierter Kochsalzlösung nachgespült und die Nadel gezogen. Ein ständiger Verband über der Kammer ist nicht erforderlich.

Das Legen des Ports erfolgt in Vollnarkose. Der Eingriff dauert in der Regel ½ bis 1 Stunde. Danach ist die Gegend um die Portkammer und der Schnitt, der meistens daneben oder darüber liegt, schmerzhaft. Die ersten beiden Tage benötigt man evtl. ein Schmerzmittel. Nach 7-10 Tagen ist der Schmerz in der Regel abgeklungen und dann werden auch die Fäden gezogen. Der Port kann notfalls sofort angestochen werden, in der Regel wird man aber ein paar Tage warten.

Der Eingriff ist ambulant möglich, aber nach der Narkose kann man für 24 Stunden kein Auto fahren und es kann auch ziemlich weh tun. Wer allein zu Hause ist, dem sei empfohlen, lieber eine Nacht im Krankenhaus zu bleiben. Am nächsten Tag ist man dann wieder an Bord.

Für den, der sehr schlechte Venen hat und häufig Infusionen braucht, ist der Port ein wahrer Segen. Wenn die Narbe verheilt ist, kann man damit alles machen, was man sonst auch tut, auch Schwimmen und Sauna. Durch die Haut ist er vor Umwelteinflüssen geschützt. Er ist als kleine "Beule" unter der Haut sichtbar, dies stellt für manche Leute, besonders Frauen, ein kosmetisches Problem dar. Dann gibt es noch ein paar Risiken; die wichtigsten sind:

Eine Frage, die immer wieder auftaucht und an der sich die Geister scheiden, ist: Soll aus dem Port Blut abgenommen werden? Die Hersteller geben durchweg an, daß dies möglich ist. Wenn der Port rückläufig ist, stellt das auch kein technisches Problem dar. Auf einigen Stationen der Kölner Uniklinik ist jedoch das Blutabnehmen aus dem Port tabu ! Vermutlich wegen der Gefahr des Verstopfens und der Blutreste im Katheter.

Wenn der Port nicht benutzt wird, sollte er in regelmäßigen Abständen (4-8 Wochen) mit heparinisierter Kochsalzlösung gespült werden. Sauberkeit ist bei allen Arbeiten am Port oberstes Gebot !

Die vorliegenden Informationen wurden dem Aufklärungsbogen "i.v.-Port" und den Patienteninformationen der Produkte "ChemoSite®" und "TITAcath®" entnommen.

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